Die  drei Highlights des Schaubergwerkes
"Sunnpau - Matthiasstollen"

In einer knappen Stunde  können rund 4000 Jahre Bergbau "erlebt" werden. Von den urzeitlichen Anfängen mit Steinschlägel, Holzkeil und Feuersetzung über den Erzabbau mit Bergeisen und Meissel bis hin zum Einsatz des Sprengpulvers. Wahrscheinlich reicht der Beginn dieses Bergbaues zurück bis in die Jungsteinzeit - es ist eines der ältesten Bergwerke in Salzburg.
Einzigartig: in Mitteleuropa ist kein zweites prähistorisches Bergwerk bekannt, wo man nur mit der Feuersetzung so weit in hartes Kalkgestein und Dolomit in den Berg vorgedrungen ist.
Bei der Wiedergewältigung des teilweise verstürzten Stollensystems wurde das Grab eines 1000 bis 1100 v. Chr. mit Grabbeigaben im Berg bestatteten Bergmannes gefunden. Eine Körperbestattung in der "Urnenfelderzeit", noch dazu im Berg,  ist einmalig. Eine Rekonstruktion des Grabes ist im Schaubergwerk, die Skelettteile sind im Seelackenmuseum zu sehen.

 

 

4000 Jahre Bergbau in St. Veit im Pongau
Ein Besuch des Schaubergwerkes entführt Sie in die fast vergessene Welt der urzeitlichen Bergleute. Nur mit Steinschlägel, Holzkeilen und Feuersetzung konnte der prähistorische Bergmann unter extremen Arbeitsbedingungen Erze der Natur abringen. Bei den von den Universitäten Southamton und Innsbruck in den Jahren 1985 bis 1989 durchgeführten archäologischen Grabungen am Klinglberg in St. Veit wurde eine  frühbronzezeitliche Bergbausiedlung aus 1850 v. Chr. nachgewiesen. Auch Bergbaustollen am Hochklocker stammen aus dieser Zeit. Holzkohle- und Knochenfunde im Bereich des Sunnpau-Stollens wurden mittels der Radiokarbon-Methode untersucht und mit 1500 - 1000 v. Chr. datiert.
Bei der Wiedergewältigung dieses um 1880 aufgelassenen Bergbaubetriebes in den Jahren 1990 - 2006 wurde das Grab eines 1100 - 1000 v. Chr. im Berg bestatteten Mannes mit Skeletteilen und Grabbeigaben (Keramikgefäße, bronzene Lanzenspitze, Fuchskopf) gefunden. Dieses Grab wurde im Berg wieder nachgebaut, die Originalfundstücke sind im Seelackenmuseum zu sehen. Auch zwei graphitierte Schmelztiegel aus der "Großen Halle" des Bergwerkes sind dort ausgestellt. Aufgrund der langen Abbauzeit kann man im Sunnpau alle Abbaumethoden, von der urzeitlichen Feuersetzung, über die Arbeit mit Bergeisen und Schlägel bis hin zum Sprengpulver sehen.

Auch die "Große Halle" der oberste Teil des Schaubergwerkes, ist einzigartig in ganz Mitteleuropa: Nirgends sonst gelang es den prähistorischen Bergleuten, nur mittels Feuersetzung soweit in den Berg vorzudringen! Der Sunnpau ist eines der ältesten Bergwerke Salzburgs. Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und tauchen Sie ein in die fast vergessene Welt der alten Bergleute im archäologischen Schaubergwerk Sunnpau in St. Veit im Pongau - Sie werden ein unvergessliches Erlebnis haben!

Sage: Der Siebenschläfer und der Bergbau
Im Bergbau "Sunnpau" lebt ein Siebenschläfer der die Arbeiten im Bergbau seit vielen, vielen Jahren miterlebt hat. In den langen, kalten Winternächten zieht er sich in eine kleine Höhle zurück und träumt von vergangenen Zeiten. Als vor vielen Jahren die ersten Menschen in unsere Alt-St. Veiter Gegend kamen lebten sie von der Jagd und der Fischerei. Bei einer der Jagten entdeckten sie einen eigenartigen Stein, der gelblich glänzte. Sie begannen den Stein zu bearbeiten, leider war der Stein zu hart um daraus etwas Brauchbares anzufertigen zu können.
Der Stein wurde in ein Feuer gelegt und so geschmolzen. Es war "Kupfer". Aus dem Kupfer wurden kleine Werkzeuge und Schmuck angefertigt. Es war ein wundersames Erlebnis, erinnert sich der Siebenschläfer, da jetzt die Männer nicht nur mehr von der Jagd leben mussten, sondern auch vom Erz, das sie in unserer Gegend reichlich vorfanden.

 

 

Leider ist aber das Erz hoch oben am Berg vorgekommen und so mußten die Leute immer wieder den Berg hochgehen, um zu dem Erzvorkommen zu gelangen. Sie waren die ersten Bergleute. Das Erz wurde zuerst von den Pingen abgebaut. Pingen sind Erzfundstellen, die auf der Erdoberfläche liegen. Auf den erzführenden Gängen wurde Feuer gemacht um das Erz zu gewinnen. Durch das Feuer wurde der Stein heiß. Wenn das Feuer abgebrannt war, wurde der Stein kalt und brüchig, das Erz konnte leichter gewonnen werden. Wenn an der Oberfläche das Erzvorkommen zu Ende ging und sich in den Berg fortsetzte, wurde mit der Feuersetzung in den Berg hineingearbeitet. Das war für mich meine schwierige Zeit, da ich immer wieder von der starken Rauchentwicklung fliehen mußte um nicht zu ersticken. Das abgekühlte, brüchige Gestein wurde mit einem Rillenschlägel herunter geschlagen. Um aus dem Erz Kupfer zu bekommen wurde es zuerst geröstet, das geschah meistens neben den Pingen oder neben den Mundlöchern in einem Röstbett oder Ofen.

Mundlöcher nennen die Bergleute den Eingang zu den Erzstollen. Nach dem Rösten wurde das Erz noch einmal in einem Ofen geschmolzen um reines Kupfer, das zum weiterverarbeiten brauchbar war, zu gewinnen. Dieses Kupfer ist wie Gold gehandelt worden, da zu dieser Zeit noch kein Gold abgebaut wurde. Im "Sunnpau" Mitterrainberg hatte ich vor 3.000 Jahren ein berührendes Erlebniss. Die Bergleute haben einen toten Bergmann in die Kapelle gelegt und Gefäße dazugegeben, sie hatten auch so lange Stöcke mit, an denen an einem Ende Spitzen aus Kupfer befestigt waren (Lanzenspitze). Eine ist abgebrochen. Sie wurde 1995 mit den Knochen des Bergmannes wieder gefunden. Später als man auch Eisenerz abgebaut und verarbeitet hat, wurde das erzhaltige Gestein auch mit Meißel und Hammer (Schlägel) abgebaut. Zum Transport von erzhaltigem Gestein aus dem Stollen hat man Ledersäcke oder sogenannte Hunte verwendet.

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